19. Jun 2013
Mark Knopfler
Man schrieb das Jahr 1977, als einigermaßen überraschend eine englische Band namens Dire Straits und vor allem ihr Gitarrist Mark Knopfler sich anschickten Musikgeschichte zu schreiben. Denn in einer Epoche in der Saiten-Pioniere wie Eddie Van Halen oder Randy Rhoads bislang völlig ungekannte Sound-, Innovations- und Virtuositäts-Level erklommen, begeisterte Knopfler mit der Verfeinerung eines genau genommen altmodischen Stils, der sich eindeutig aus damals fast vergessenen Größen wie Hank Marvin, Chet Atkins oder Peter Green ableiten lies - und trotzdem ab der ersten Note unverkennbar war!
Zu Beginn der 90er waren die Straits Geschichte und die Shredding-Adepten hatten sich endgültig im Virtuosen-Ghetto des olympischen "schnell, schneller, absurd schnell" verloren. Knopfler dagegen spielte eher noch traditioneller, nahm Alben mit seinen erklärten Heroen auf und hatte vor allem immer ein Händchen für gute Songs. Und einen ganz speziellen Gitarren-Ton, der ganz direkt Emotionen wecken kann, ohne in die Trickkiste greifen zu müssen - obwohl er auch das beneidenswert beherrscht.
Es zeichnet die Allerbesten aus, nicht ständig zu zeigen was sie so alles draufhaben, sondern ihr Können ganz in den Dienst der Musik zu stellen. Und von dieser Warte aus betrachtet hat Knopfler mit "Privateering" ein weiteres, gänzlich unprätentiöses Meisterwerk abgeliefert, das wie schon damals 1977 im besten Sinne altmodisch klingt. Der Mann hat einfach Stil, muss niemandem etwas beweisen und das macht ihn besser (und wichtiger) denn je!
Ort:
Donau-Arena
Walhalla Allee 22
93059